Warum ich nie Modebloggerin werde – meine Beweggründe für Instagram, YouTube und co.

Das las ich nun häufiger und es kam mir auch schon persönlich zu Ohren.


Und da warf sich mir immer wieder die Frage auf: 

was genau „wird nichts“? Der große internationale Durchbruch, der „Job“ als fashionistiges It-Girl und die eigene Single? Beruflicher Erfolg, der aus Aktivität in sozialen Netzwerken resultiert und die Tatsache, dass ich mit Instagram, Blogs und Youtube Geld verdienen könnte?

Okay, das ist vermutlich korrekt – „das wird nichts“. Aber das kann ja nur dann „nichts werden“, wenn meine Erwartung an diese ganze Sache hier genau das wäre.

Dabei habe ich persönlich gar nicht den Anspruch oder die Erwartung, dass das mit dem Schreiben, „Instagrammen“, „Youtuben“ und co. auch nur in irgendeiner Weise ein „beruflicher Erfolg“ wird. Und ich weiß auch nicht, warum viele Menschen immer implizieren, dass man genau das erreichen möchte.

Mein Anspruch an die ganze Sache ist, dass es in erster Linie mir selbst Spaß macht und mir völlig ohne Hintergedanken die Möglichkeit gibt, Räume für meine Gedanken und Ideen zu bilden und vertiefend auszuschmücken.

Ich schreibe eben, wenn es mir in den Kram passt – das tat ich sogar schon in der 10. Klasse auf dem Gymnasium als ich ein Erinnerungsheft für unsere Klassenlehrerin zusammenstellte, in dem ich über die gemeinsame Zeit mit ihr berichtete. Sozusagen die Memoiren der 8-10D.

Auch in der Schule war ich immer eine der wenigen, die schon in wirklich frühen Jahren häufig die Kamera im Gepäck hatte, um Momente einzufangen und die Erinnerungen irgendwie zu konservieren. Auch meine Familie hat immer gerne und viel fotografiert und gefilmt. Als Kind nannte ich es „kamarieren“, wenn meine Mutter mit der Videokamera an der Ostsee hinter mir herlief und nervte es mich ziemlich gründlich, da sie auch im Hotelklo nicht Halt machte vor einer videografischen Dokumentation des dortigen Happenings.

Und heute? Heute bin ich unendlich dankbar für all die Erinnerungskonserven auf Band und Papier.

Irgendwie bin ich mit dieser Dokumentation des Lebens aufgewachsen und diese Umstände erklären ein wenig, warum ich genau das alles bis heute sehr gerne mache und meine freie Zeit mit Freude in solche Projekte investiere.

Wenn das „das wird nichts“ also bedeutet, dass ich mir meinen kleinen Platz schaffe, um meinen Gedanken mehr oder weniger kreativ Ausdruck zu verleihen, muss ich den Zweiflern leider sagen: sorry, das ist jetzt schon „was“ geworden. Denn genau das ist für mich der Sinn der ganzen Sache hier: das Machen. Ich möchte nicht 500 Klicks auf ein Foto haben. Natürlich freue ich mich dennoch über positives Feedback oder konstruktive Kritik, auf Austausch und Anregungen. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns gegenseitige Denkanstöße gut tun und wir gemeinsam ganz viel zu unserer gegenseitigen und eigenen Entwicklung beitragen können. Jedenfalls ist das meine romantisierte Vorstellung von Blogs, Instagram und co.

Weder mein YouTube-Kanal, noch mein Instagram oder mein Blog bedienen eine bestimmte Sparte und ich wüsste auch gar nicht, warum sie das sollten. Um ehrlich zu sein wüsste ich nicht einmal, welche Richtung ich da überhaupt einschlagen könnte. Die einzige Sparte, die ich wirklich kann ist „Mein Leben, meine Sicht, meine Gedanken und ich“. Eventuell ist das alles etwas subjektiv – aber so ist das eben mit Blogs und ich habe die stille Hoffnung, dass meine Gedanken ausreichend Impuls für den ein oder anderen sind, sich mit sich und dem Leben intensiver auseinanderzusetzen. Und ich freue mich jedes Mal, wenn mir genau das jemand als Feedback gibt.

Für mich ist das hier alles eine Ausdrucksform, so ein bisschen wie „Kunst“ (ein großes Wort, für das meine Aktivitäten hier alle nicht schräg oder perfekt genug ist – aber ihr wisst, was ich meine) gemischt mir sehr viel Realität, durch die ich eine Möglichkeit bekomme, mich auszudrücken.

Meine Webpräzenzen sind ähnlich facettenreich wie mein Leben, das aus vielen kleinen Interessensinseln besteht. Es gibt meinen Mann, einen Garten, unsere Tiere, das Studium, Jobs, das Reisen, Gedanken zum Leben an sich, und vieles mehr. Manchmal mehr und manchmal weniger tiefgründig. Nicht jeder Gedanke ist hochtrabend und weltverändernd – wie im richtigen Leben eben. Ich kann stundenlang intensiv über Themen philosophieren, die mich total packen. Ich kann aber auch gut mit dem Bier auf der Terrasse sitzen und aus Versehen mal rülpsen (manchmal auch mit Absicht, um meinen Mann zu ärgern und ihn daran zu erinnern, dass er ne Fastklischéeuschi aus’m Ruhrpott geheiratet hat.) 

Was ich nicht kann? Das sind Schubladen. Nicht nur hier, sondern generell.

Ich finde zum Beispiel wenig so interessant wie Mode. Jeans, T-Shirt und wenn ich Bock hab schafft es im Sommer mal ein Kleid an meinen Körper. Feddich is der Outfitlack.

Beauty kann ich nicht. Ich bin froh, wenn ich mir beim Schminken die Wimperntusche nicht ins Auge steche und alles direkt wieder verschmiert. Das fasst mein Verhältnis zu dem ganzen Thema eigentlich ganz gut zusammen. Ich verbringe meine Zeit lieber außerhalb des Badezimmers und verwende seit Jahren die selben Pflegeprodukte.

Reisen als Sparte – fänd‘ ich super, dafür Reise ich aber zu wenig. Schließlich bin ich keine „digitale Nomadin“, die mit dem Macbook total puristisch mit Cocktail unter der Kokospalme auf den Malediven sitzt und sich dem Backpacking verschworen hat (verdammt, vielleicht wäre ich das, wenn ich hier total erfolgreich wäre).

Hunde, Pferde, Hamster – ja, die sind ein wichtiger Bestandteil meines und unseres Lebens. Aber die sind nicht mein einziger Lebensinhalt und definieren mich nicht.

Yoga, clean eating und hardcoremindfulness kann ich nicht. Könnte ich, wenn ich mich damit befasste. Aber kann ich jetzt halt nicht. „Kannste lernen“. Klar – aber nicht für’s Internet. Sollte ich das mal machen: ich werde berichten, aber wie bei vielem eben nur einblicksweise.

Was ich sagen will: 

Ich teile gerne Inhalte, Gefühle und Ansichten. Nicht weil ich sie für besonders weltverändernd, richtig oder gut hielte – sondern weil es für mich ein Ventil ist und ich gerne mal Druck ablasse.

Und weil es mir wichtig ist zu zeigen, dass nicht alles immer wunderschön ist. Aber eben auch nicht alles kacke. Das Leben ist eine Mischung aus so vielen Facetten, Farben und Höhenlagen – das versuche ich hier ein bisschen zu transportieren. Und ganz wichtig: ich kann den Grad des Striptease selbst bestimmen, den ich hier vollziehe.

Vermutlich kommt ein bisschen „Rampensaugen“ (nicht Rampen-saugen sondern Rampensau-Gen) meines Papas noch dazu, so dass das hier alles öffentlich erscheint und nicht in meinem Tagebuch unter’m Kopfkissen verschwindet.
Wer also Bock auf fremde Tagebücher hat und das seiner kleinen Schwester mal wieder nicht finden kann: herzlich Willkommen in meinem Blog. Nehmt euch einen Kaffee, ein Bier, Weinchen oder von mir aus auch ein stilles Wasser, macht es euch hier bequem und schmökert etwas.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.